ADHS-Diagnostik & Therapie für Erwachsene in Aachen

ADHS ist mehr als Unaufmerksamkeit oder äußerlich sichtbare Unruhe. Vereinfachte Vorstellungen werden dem vielfältigen Erscheinungsbild von ADHS im Erwachsenenalter häufig nicht gerecht. Die Symptome können sich bei Erwachsenen anders zeigen als in der Kindheit – beispielsweise weniger offensichtlich, stärker kompensiert oder durch jahrelange Anpassungsstrategien verborgen.

Mögliche Hinweise auf ADHS sind:

Konzentrations- und Organisationsschwierigkeiten

Erhöhte Ablenkbarkeit und Reizoffenheit

Innere Unruhe

Impulsives Handeln

Sprunghaftes Denken

Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation

Probleme mit Zeitplanung und Zeitwahrnehmung

Gefühl, anders zu funktionieren als andere

Diese Merkmale können mit ADHS einhergehen, sind für sich allein aber kein Nachweis. Welche Merkmale im Vordergrund stehen und wie stark der Alltag beeinträchtigt ist, unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. Viele Erwachsene zweifeln lange an sich selbst oder finden keine passende Erklärung für ihre Schwierigkeiten.

Eine sorgfältige ADHS-Diagnostik und psychotherapeutische Begleitung können helfen, die eigene Lebensgeschichte besser zu verstehen, Selbstvorwürfe zu reduzieren und alltagstaugliche Veränderungsmöglichkeiten zu entwickeln. Dabei werden auch persönliche Ressourcen wie Kreativität, Begeisterungsfähigkeit, Flexibilität und unkonventionelles Denken berücksichtigt.

Da ähnliche Beschwerden auch andere psychische oder körperliche Ursachen haben können, wird eine ADHS-Diagnose differenziert und auf Grundlage verschiedener Informationen gestellt.

ADHS-Diagnostik für Erwachsene

Die ADHS-Diagnostik erfolgt in mehreren Schritten. Dabei betrachten wir, welche Beschwerden aktuell bestehen, wie sie sich im Laufe Ihres Lebens entwickelt haben und wie sie sich auf Ihren Alltag auswirken.

Vor dem ersten Termin erhalten Sie Informationen zum Ablauf sowie eine Übersicht über die Unterlagen, die für die Diagnostik hilfreich sein können.

Bestandteile der ADHS-Diagnostik

Die Diagnostik setzt sich aus mehreren, einander ergänzenden Bausteinen zusammen. Welche davon in Ihrem Fall zum Einsatz kommen, richtet sich nach Ihrer individuellen Fragestellung und Situation:

Fragebögen
ADHS-Merkmale, exekutive Funktionen sowie individuelle Erlebens- und Verhaltensmuster

Klinisch-diagnostisches Interview
Aktuelle Beschwerden und ihre Auswirkungen im Alltag 

Biografische und psychosoziale Anamnese
Persönliche, schulische und berufliche Entwicklung sowie aktuelle Lebenssituation

Computergestützte neuropsychologische Verfahren
Aufmerksamkeit und Konzentration

Fremdinformationen
Angaben von Eltern oder anderen Bezugspersonen

Weitere mögliche Ursachen
Abklärung alternativer Erklärungen für die Beschwerden

Begleiterkrankungen
Mögliche zusätzliche psychische oder körperliche Beschwerden

Bericht und Befundbesprechung
Einordnung der Ergebnisse und Empfehlung zum weiteren Vorgehen

Psychotherapie bei ADHS

Eine stimmige diagnostische Einordnung kann entlastend sein. Was lange unklar oder widersprüchlich erschien, erhält einen verständlichen Zusammenhang.

In der psychotherapeutischen Behandlung geht es darum, konkrete Strategien zu entwickeln, die zu Ihren Herausforderungen, Ressourcen und Lebensbedingungen passen. Mögliche Themen sind:

Dabei arbeite ich verhaltenstherapeutisch, ressourcenorientiert und neurodiversitätssensibel. Im Mittelpunkt steht nicht die Anpassung an ein bestimmtes Ideal, sondern die Frage, welche Veränderungen Sie in Ihrem Alltag tatsächlich entlasten und unterstützen können.

Gruppentherapie in Aachen

Ergänzend zur Einzeltherapie biete ich eine Gruppe zu ADHS-bezogenen Themen an. Der Austausch mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen machen, kann entlasten, das Gefühl des Andersseins verringern und neue Perspektiven eröffnen.

Sie interessieren sich für meine Angebote rund um ADHS?
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 Häufige Fragen zur ADHS-Diagnostik

Wie viele Termine sind für eine ADHS-Diagnostik erforderlich?

In meiner Praxis umfasst die Diagnostik in der Regel mehrere Bausteine, die sich auf mindestens drei Termine verteilen.

Vor Beginn erhalten Sie eine Übersicht über den Ablauf und die benötigten Unterlagen. So bleibt der diagnostische Prozess transparent und gut planbar.

Welche Unterlagen werden für die ADHS-Diagnostik benötigt?

Vor dem ersten Termin erhalten Sie eine Zusammenstellung der Unterlagen, die für die diagnostische Einschätzung hilfreich sein können. Dazu gehören je nach Situation beispielsweise:

  • Grundschulzeugnisse oder andere Unterlagen aus der Schulzeit, sofern vorhanden
  • frühere diagnostische Befunde sowie ärztliche oder psychotherapeutische Berichte, sofern vorhanden
  • ergänzende Angaben von Eltern oder anderen Bezugspersonen, sofern möglich

Welche Unterlagen im Einzelfall benötigt werden, klären wir im Vorfeld.

Wie lange sind die Wartezeiten für eine ADHS-Diagnostik?

Die Wartezeit hängt von der aktuellen Auslastung meiner Praxis ab und kann kürzer sein als die Wartezeit auf einen längerfristigen Therapieplatz. Die aktuelle Wartezeit teile ich Ihnen gerne auf Anfrage mit.

Kann die ADHS-Diagnostik online stattfinden?

Je nach diagnostischer Fragestellung kann die ADHS-Diagnostik vollständig online, in Präsenz oder in einer Kombination aus beiden Formaten stattfinden.

Bestimmte diagnostische Verfahren können eine Untersuchung vor Ort erfordern. Welche Form der Diagnostik in Ihrem Fall sinnvoll und fachlich möglich ist, klären wir im Vorfeld gemeinsam.

Werden die Kosten der ADHS-Diagnostik von der privaten Krankenversicherung oder Beihilfe übernommen?

Eine Kostenübernahme durch eine private Krankenversicherung oder die Beihilfe kann grundsätzlich möglich sein. Ob und in welchem Umfang Kosten übernommen werden, hängt von Ihrem individuellen Tarif und den jeweiligen Vertragsbedingungen ab. Bitte klären Sie die Kostenübernahme vor Beginn der Diagnostik mit Ihrem Kostenträger. Auf Wunsch erhalten Sie vorab einen Kostenvoranschlag.

Weitere Informationen zur Kostenübernahme finden Sie auf der Seite Kosten.

Kann ich die ADHS-Diagnostik als gesetzlich versicherte Person in Anspruch nehmen?

In meiner Privatpraxis kann ich die ADHS-Diagnostik nicht direkt mit den gesetzlichen Krankenkassen abrechnen. Eine Diagnostik als Selbstzahlerleistung ist jedoch möglich. Den voraussichtlichen Umfang und die Kosten bespreche ich zu Beginn transparent mit Ihnen. Auf Wunsch erhalten Sie vorab einen Kostenvoranschlag.

Verschreiben Sie Medikamente zur ADHS-Behandlung?

Nein. Als Psychologische Psychotherapeutin kann ich keine Medikamente verschreiben. Die Verordnung einer ADHS-Medikation erfolgt im Rahmen einer ärztlichen Behandlung, beispielsweise durch Fachärztinnen und Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder Neurologie.

Wenn sich im Rahmen der Diagnostik Hinweise auf ADHS ergeben, besprechen wir gemeinsam mögliche nächste Schritte und geeignete ärztliche Anlaufstellen.

Können Sie eine fachliche Empfehlung für einen Nachteilsausgleich ausstellen?

Wenn ein Nachteilsausgleich für Ihre berufliche Situation oder Ihr Studium relevant ist, sprechen Sie dies bitte im Verlauf der Diagnostik an.

Sofern die diagnostischen Voraussetzungen erfüllt sind und die vorliegenden Informationen dies fachlich ermöglichen, kann ich im Befundbericht zu möglichen Beeinträchtigungen Stellung nehmen und eine Empfehlung formulieren. Ob ein Nachteilsausgleich gewährt wird und in welcher Form, entscheiden die zuständigen Stellen.

Ist eine ADHS-Diagnostik auch ohne Unterlagen aus der Kindheit möglich?

Fehlende Unterlagen aus der Kindheit schließen eine diagnostische Abklärung nicht grundsätzlich aus. Wichtig ist jedoch, möglichst viele Informationen zur Entwicklung, zum Verhalten und zu möglichen Beeinträchtigungen in der Kindheit zu berücksichtigen.

Dazu können beispielsweise Gespräche mit Eltern oder anderen Bezugspersonen, alte Schulzeugnisse, frühere Berichte oder eigene Erinnerungen beitragen. Welche Informationen im Einzelfall für eine fachliche Einschätzung zur Verfügung stehen, wird im diagnostischen Prozess sorgfältig geprüft.

Was passiert, wenn keine ADHS-Diagnose gestellt wird?

Auch wenn sich der Verdacht auf ADHS nicht bestätigt, kann die diagnostische Abklärung hilfreich sein. Gemeinsam betrachten wir dann, welche anderen Erklärungen für Ihre Beschwerden infrage kommen und welche Empfehlungen sich daraus für das weitere Vorgehen ableiten lassen.